Warum Die Lounge existiert und wie wir arbeiten
Die langen Jahre davor
Die Lounge gibt es inzwischen seit etwas mehr als drei Jahren. In dieser Zeit habe ich das Projekt mehrfach komplett neu aufgebaut. Die aktuelle PC-App ist bereits die dritte Version mit einer komplett neuen Codebasis. Die Android-App ist die zweite große Iteration – weg von einer simplen Web-App hin zu einer richtigen nativen Anwendung. Was heute online steht, ist nicht das Ergebnis eines schnellen Wochenendprojekts. Es ist das Ergebnis von sehr vielen Stunden, mehreren Neuanfängen und der Erkenntnis, dass ich Dinge entweder richtig machen oder lieber die Finger davon lassen will.
Am Anfang stand der Wunsch nach einem guten Ort für Gaming. Ich hatte keine Lust mehr auf große, anonyme Discord-Server, in denen man untergeht, oder auf Foren, in denen Drama oft wichtiger war als die Spiele selbst. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man Spiele nicht nur bespricht, sondern sie auch gemeinsam erlebt – mit Struktur, mit Übersicht und mit einem gewissen Anspruch.
Im Laufe der Zeit ist daraus mehr geworden. Heute ist Die Lounge auch ein Projekt, mit dem ich mich in der Szene etablieren möchte. Nicht als großer Mainstream-Player, aber als jemand, der etwas Eigenständiges und Durchdachtes aufgebaut hat, das wachsen und Bestand haben kann.
Was Die Lounge wirklich ist
Die Lounge ist kein klassisches Gaming-Magazin. Und sie ist auch keine reine Community. Sie ist ein Hybrid aus beidem – und das war von Anfang an so gewollt.
Wir haben einen redaktionellen Bereich mit News, Einordnungen und Reviews. Wir haben eine Community mit Discord, eigenen Apps und einem sehr detaillierten System, das Spielzeiten, Aktivitäten und Zusammenhänge sichtbar macht. Und wir haben Cerberus – ein System, das ich selbst entwickelt habe, um Moderation, Transparenz und Automatisierung auch bei wachsender Größe vernünftig hinzubekommen.
Viele sehen vor allem die technischen Dinge und halten sie für den Kern. Tatsächlich sind sie aber nur ein Mittel zum Zweck. Ich wollte eine Community, in der nicht alles chaotisch oder willkürlich abläuft. Ich wollte, dass Entscheidungen nachvollziehbar bleiben und dass man Gaming nicht nur konsumiert, sondern auch gemeinsam sichtbar machen kann.
Warum so viel Technik?
Die meisten kleinen Communities kommen mit einem Discord und ein paar Moderatoren aus. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, deutlich mehr Aufwand zu betreiben. Das hat mehrere Gründe.
Zum einen mag ich Struktur und Nachvollziehbarkeit. Cerberus protokolliert zum Beispiel Admin- und Moderatoren-Aktionen, erkennt automatisiert längere Inaktivität und sorgt dafür, dass Regeln nicht nur auf dem Papier stehen. Es ist kein perfektes System, aber es ist ein Versuch, Fairness und Transparenz auch dann zu erhalten, wenn die Community größer wird.
Zum anderen glaube ich, dass gute Community-Arbeit heute mehr braucht als nur einen Chat. Viele Menschen spielen sehr viel, haben aber kaum einen Überblick darüber, was sie eigentlich spielen und wie sich das über die Zeit entwickelt. Die detaillierten Statistiken und die Möglichkeit, das gemeinsam sichtbar zu machen, sind für mich ein zentraler Bestandteil dessen, was Die Lounge ausmachen soll.
Ich habe dafür sehr viel Zeit investiert. Die PC-App ist bereits die dritte Version, die Android-App habe ich komplett neu geschrieben und auch Cerberus wurde über die Jahre mehrfach weiterentwickelt. Das war nicht immer einfach. Es gab Phasen, in denen ich mich gefragt habe, ob der Aufwand den Nutzen rechtfertigt. Heute weiß ich: Für das, was ich erreichen will, war dieser Aufwand notwendig.
Wie wir arbeiten
Die Lounge ist ein echtes Solo-Projekt. Das bedeutet, dass fast alles durch eine Person läuft. Ich schreibe die meisten Artikel, entwickle die Software, betreue die Infrastruktur und entscheide letztlich, in welche Richtung das Projekt geht.
Das bringt eine große Freiheit mit sich. Es gibt niemanden, der mir vorschreibt, worüber ich schreiben soll oder welche Themen ich besser auslasse. Gleichzeitig bedeutet es auch Verantwortung. Wenn etwas nicht funktioniert, liegt es an mir.
Deshalb ist mir Transparenz so wichtig. Ich versuche offen damit umzugehen, dass hinter allem eine einzelne Person steht. Das gilt auch für Cerberus. Es ist kein anonymer Automat, sondern ein Werkzeug, das ich entwickelt habe, um bestimmte Probleme in einer Community zu lösen. Weil es meine Entscheidungen sind, die dort einfließen, ist es mir wichtig, dass diese Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.
Unabhängigkeit und das Thema Werbung
Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist, ist die Unabhängigkeit. Viele Gaming-Medien finanzieren sich über Werbung – entweder über große Netzwerke wie Google AdSense oder über direkte Partnerschaften mit Publishern und Shops. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, hat aber Konsequenzen. Man muss sich immer fragen, ob man Themen wirklich so behandeln kann, wie man es für richtig hält.
Bei Die Lounge gibt es keine programmatische Werbung. Keine Google Ads und keine Banner, die ich einbauen muss, weil ich darauf angewiesen bin. Diese Entscheidung habe ich bewusst getroffen. Ich mag es einfach nicht, wenn eine Seite voll mit Werbung ist, die nichts mit dem Inhalt zu tun hat.
Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich gegen jede Form von Empfehlung bin. Wenn ich ein Produkt oder einen Shop wirklich gut finde, kann ich mir vorstellen, das auch einmal sichtbar zu machen – zum Beispiel mit einem Banner von Instant Gaming. Aber dann nur, weil ich es selbst für sinnvoll halte. Nicht, weil ich es muss. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Diese Haltung bedeutet, dass Wachstum organischer und langsamer passieren wird. Sie gibt mir aber auch die Freiheit, Dinge so zu machen, wie ich sie für richtig halte. Und diese Freiheit ist mir wichtiger als schnelles, aber fremdbestimmtes Wachstum.
Die Community
Die Lounge lebt von den Menschen, die hier sind. Aktuell ist die aktive Community noch klein, aber das ist kein Ziel an sich. Ich will, dass Die Lounge wächst. Auch deutlich. Hunderte oder sogar tausende Mitglieder sind für mich kein Problem, solange die Strukturen mitwachsen können.
Mir ist wichtig, dass Wachstum nicht auf Kosten von Fairness, Nachvollziehbarkeit und Qualität geht. Deshalb habe ich Cerberus und die anderen Systeme entwickelt. Sie sollen dafür sorgen, dass auch eine größere Gruppe übersichtlich, fair und strukturiert bleiben kann. Qualität vor Quantität bedeutet für mich nicht, dass die Community klein bleiben soll. Es bedeutet, dass ich bereit bin zu wachsen, solange die Grundsätze erhalten bleiben, die mir wichtig sind.
Was ich wirklich will
Ich möchte Die Lounge zu einem Ort machen, an dem man gute, ehrliche und möglichst unabhängige Berichterstattung findet. Gleichzeitig soll es ein Ort sein, an dem man Teil einer Community sein kann, die mehr bietet als nur einen Chat – mit Struktur, mit Tools und mit einem gewissen Anspruch.
Ich möchte, dass Die Lounge in der Szene bekannter und relevanter wird. Nicht als riesiger Mainstream-Player, aber als ein Projekt, das für Qualität, Unabhängigkeit und eine durchdachte Community steht. Ich will keine große kommerzielle Maschine werden und ich will keine Werbeeinnahmen um jeden Preis. Aber ich will auch nicht künstlich klein bleiben. Ich möchte, dass das Projekt wächst – auf eine Art und Weise, die zu den Werten passt, die ich vertrete.
Die Lounge ist nach wie vor ein Herzensprojekt. Gleichzeitig ist es auch ein Projekt, mit dem ich zeigen möchte, dass man als Einzelperson etwas Aufwändiges und Eigenständiges aufbauen kann – wenn man bereit ist, die Zeit, die Arbeit und auch die Rückschläge in Kauf zu nehmen.
Wer Teil der Community werden möchte
Wer sich dem Community-Teil der Lounge anschließen möchte, sollte wissen, worauf er sich einlässt.
Wir sind aktuell noch eine kleine Gruppe, aber wir wachsen. Wer hier gut aufgehoben ist, schätzt in der Regel Struktur, Nachvollziehbarkeit und den Gedanken, dass man Gaming auch gemeinsam sichtbar machen kann. Wir haben Regeln, ein Moderationssystem (Cerberus) und klare Erwartungen an den Umgang miteinander. Das ist nicht für jeden etwas.
Wer eher eine große, lockere und möglichst unkomplizierte Community sucht, in der man einfach nur mitreden kann, ohne sich mit Strukturen auseinanderzusetzen, wird hier wahrscheinlich nicht lange bleiben. Das ist auch in Ordnung.
Wer trotzdem Interesse hat, kann sich über die Website bewerben. Es gibt keinen automatischen Zugang, weil ich sicherstellen möchte, dass neue Mitglieder auch wirklich zur Community passen. Das ist kein Elitismus, sondern eine bewusste Entscheidung, damit die Gruppe nicht einfach nur größer, sondern auch besser wird.
Wenn du Lust hast, Teil einer wachsenden, aber strukturierten Community zu sein, in der Technik, Fairness und ein gewisser Anspruch eine Rolle spielen, dann bist du hier richtig.
Zum Schluss
Wer hier mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Wer nur liest und sich ab und zu die Artikel anschaut, auch. Und wer etwas anderes sucht – größere, lautere oder komplett unstrukturierte Communities –, der findet sicher woanders etwas Passenderes.
Ich habe in den letzten dreieinhalb Jahren sehr viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt. Nicht, weil ich unbedingt der Größte werden wollte. Sondern weil ich etwas bauen wollte, das ich selbst gerne nutzen würde. Etwas, hinter dem ich stehen kann. Etwas, das wachsen darf – aber auf eine Art, die zu mir und den Werten passt, die mir wichtig sind.
Ob mir das gelingt, wird sich zeigen. Aber ich werde es weiter versuchen – so gut ich kann.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das hier zu lesen.
